
DIE ALAMANNEN
Die Alamannen, auch als Alemannen bekannt, waren ein germanisches Volk, das nach dem Rückzug der Römer und der Aufgabe des Limes vom 3. bis zum 8. Jahrhundert das Gebiet des heutigen Baden-Württemberg besiedelte. Sie gelten als unsere Ahnen. Im Mittelalter wurden die Bezeichnungen Alemannen und Schwaben synonym verwendet, wobei sich im Laufe der Zeit der Begriff Schwaben immer mehr durchsetzte. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte der Ausdruck Alemannen durch literarische Werke eine Wiederbelebung, jedoch beschränkte sich diese vor allem auf die badischen Schwaben. Mit der Zeit wurden die Unterschiede zwischen Alemannen und Schwaben zunehmend hervorgehoben, was beinahe zu einer Spaltung des Bundeslandes führte. Dabei verloren wir aus dem Auge, dass wir alle zusammen Alemannen sind.

GAUKÖNIG HORTAR
Hortar war ein Gaukönig, dessen Herrschaftsgebiet sich möglicherweise von der Pforzheimer Umgebung bis zu uns erstreckte. Er war einer der sieben Könige, welche die Römer in der Schlacht von Straßburg herausforderten. Durch dir folgende Niederlage wurde er per Friedensvertrag in römische Dienste gestellt und erklomm die Karriereleiter im Militärdienst Roms. Als ein neuer Kaiser die Macht ergriff, kündigte er die Friedensverträge mit den Alamannen auf. Hortar wurde Opfer neuer Feindseligkeit. Sie ermordeten ihn im Jahre 364 n.Ch..
DIE SCHLACHT BEI STRAßBURG
Im Jahr 357 n. Chr. marschierten sieben mutige Könige der Alamannen mit einer Streitmacht von mehreren tausend Kriegern auf Straßburg zu. In früheren Abkommen mit Rom waren ihnen Gebiete auf der linken Rheinseite zugesichert worden, doch diese wurden ihnen nie tatsächlich übergeben. Nun forderten sie diese Landstriche ein. Die römische Kriegsführung und Taktik erwiesen sich jedoch als überlegen gegenüber dem alamannischen Heer. Trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit mussten die germanischen Kämpfer unter erheblichen Verlusten den Rückzug über den Rhein antreten. Die römischen Truppen verfolgten die Eindringlinge und unterwarfen alle beteiligten Könige sowie deren Gefolgsleute in deren Heimatgebieten. Um zukünftige Auseinandersetzungen zu vermeiden, wurden Friedensverträge geschlossen, durch die zahlreiche Alamannen in gut bezahlte Dienste des Römischen Reiches übernommen wurden.


DER NERTHUS KULT
Diese Tradition zeigt eindrucksvoll, dass im Leben der Alamannen nicht Kampf und Leid im Mittelpunkt standen, sondern vielmehr die Freude am Dasein und kulturelle Werte einen bedeutenden Stellenwert einnahmen. Zu Beginn des Frühlings bewegte sich eine feierliche Prozession mit der Göttin „Nerthus“ auf einem von Kühen gezogenen Wagen durch das gesamte Gebiet. Zu Ehren dieser germanischen Gottheit, der „Mutter Erde“, herrschte Frieden und Waffenstillstand zwischen den verschiedenen Stämmen. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Opferritual im Moor. Ob dabei tatsächlich Menschenopfer dargebracht wurden, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sollte dies der Fall gewesen sein, werden es die Torfschichten der alten Moorlandschaft in Baden-Württemberg im Laufe der Zeit noch offenbaren.
DAS ERBE DER ALAMANNEN
Im Gegensatz zu vielen anderen germanischen Volksgruppen ließen sich die Alamannen in der Zeit der Völkerwanderung nicht aus unserer Heimat vertreiben. Sie blieben und hinterließen uns nicht nur gute Gene sondern auch die Grundpfeiler unzähliger Dörfer und Städte. Genau genommen sind alle Ortsnamen, welche auf "-ingen" enden auf unsere alamannischen Vorfahren zurückzuführen. Sie gaben diesen Orten, wie Gechingen, ihren Namen.

